Dänemark - Lebensbedingungen - Gesundheit
Dänemark
3. Lebensbedingungen
3.7 Gesundheit
[Hauptmenü] - [voriger Abschnitt] - [nächster Abschnitt]
Johannes Fibiger
Niels Ryberg Finsen
Niels K. Jerne
August Krogh
Jens Christian Skou
Niels K. Jerne, 1911-94, dänischer Arzt und Immunologe. Nach Professuren in der Schweiz, den USA und in Deutschland leitete er von 1969-1980 das Basel Institute for Immunology, ein unabhängiges Forschungszentrum in der Schweiz, das ohne kommerzielle Verpflichtungen von dem Pharmakonzern Hoffmann-La Roche speziell für Jerne eingerichtet wurde. Während dieser Zeit entwickelte sich das Institut zu einem internationalen Zentrum für Immunforschung. Jerne schloß seine Karriere mit einer Professur am Institut Pasteur in Paris (1981-1982) ab. Er stellte mehrere neue Theorien über die Bildung von Antikörpern in den weißen Blutkörperchen auf und verwarf damit bisher gängige Ansichten. Laut seiner letzten dargelegten Theorie, der Netzwerk-Theorie (1973), bildet der Organismus Antistoffe gegen seine eigenen Antistoffe, um so eine Art immunologisches Gleichgewicht und Informationsaustausch im Immunsystem ähnlich wie im zentralen Nervensystem zu schaffen. Zusammen mit Georg Köhler und César Melstein erhielt Jerne 1984 den Nobelpreis für Physiologie und Medizin.
Nils Engelbrecht
Louis du Pasquier
[nach oben]
August Krogh, 1874-1949, dänischer Physiologe, Magister der Zoologie 1899, Professor für Tierphysiologie an der Universität Kopenhagen 1916-1945. Krogh wurde früh Schüler des Atmungsphysiologen Christian Bohr, der seine weitere Forschung prägte. Diese war besonders von Kroghs großem Wissen in Physik und Chemie und seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten als Konstrukteur wissenschaftlicher Apparaturen gekennzeichnet. Kroghs Stoffwechselapparat, mit dem der Sauerstoffverbrauch bestimmt werden konnte, wurde noch in den 80er Jahren zur Messung des Stoffwechsels in Krankenhäusern eingesetzt. Sein Spezialgebiet war die Physiologie des Kreislaufs, wobei er den Regulierungsmechanismus der Kapillare nachwies, der den Blutdurchfluß nach Bedarf reguliert. Dafür erhielt er 1920 den Nobelpreis für Medizin/Physiologie. Zusammen mit dem Arzt H.C. Hagedorn führte er 1922 die Insulinbehandlung in Dänemark ein; gemeinsam begannen sie mit einer Insulinproduktion, die Dänemark seitdem zu einer führenden Position auf diesem Gebiet verholfen hat.
Nils Engelbrecht
The Royal Library
[nach oben]
Jens Christian Skou, geb. 1918, dänischer Arzt und Physiologe. Nach seinem medizinischen Examen an der Universität Kopenhagen im Jahre 1944 wurde Skou 1947 am Physiologischen Institut der Universität Aarhus angestellt. Hier entdeckte er 1957 bei seinen Untersuchungen des Wirkungsmechanismus von Arzneimitteln bei der lokalen Anästhesie, daß ein Enzym in Nervenzellenmembranen von Krebsen mit der Pumpe in der Membrane identisch ist, die unter Verbrauch von Adenosintriphosphat (ATP) Natrium-Ionen aus den Zellen und Kalium-Ionen in die Zellen hineinpumpt und dadurch das Gleichgewicht des Salzgehalts zwischen Zellen und Gewebeflüssigkeit aufrechterhält. Das Enzym, das sich in allen menschlichen Zellen und bis auf wenige Ausnahmen in allen tierischen Zellen findet, erhielt den Namen Natrium-Kalium-ATPase. 1963-1978 war Skou Professor für Physiologie an der Universität Aarhus, 1978-1988 Professor für Biophysik an derselben Hochschule. 1997 wurde er zusammen mit dem Briten John Walker und dem Amerikaner Paul Boyer mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet.
Nils Engelbrecht
Lars Møller/Nordfoto
[nach oben] -
[Hauptmenü] -
[vorige] -
[nächste]
© The Royal Danish Ministry of Foreign Affairs